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Experten-Interview März 2014



Als Autogramm malt sie ihre Gebärdennamen „Lachen“ und „Bär“

 

Laura Schwengber übersetzt Songs und Konzerte und öffnet damit die Pop-Welt auch für Gehörlose.

 

Frau Schwengber, wann ist das nächste Konzert, das Sie dolmetschen werden?

Laura Schwengber: Das nächste Konzert ist am Freitag, 07.03.14 mit KEIMZEIT im Lindenpark Potsdam. Auf KEIMZEIT freue ich mich immer besonders, denn das erste Konzert, dass ich dolmetschen durfte, war mit dieser Band. Von ihnen konnte ich viel lernen und wir verstehen uns gut. Die Zusammenarbeit ist sehr entspannt und macht besonders viel Spaß.

Danach darf ich mit REVOLVERHELD nach München (15.03.14) und mit FOOLS GARDEN und dem DEUTSCHEN FILMORCHESTER BABELSBERG nach Potsdam in den Nikolaisaal (28.03.14). Mit Revolverheld werde ich auch einmal in Berlin auf der Bühne sein. Dieses Konzert ist allerdings schon ausverkauft.

 

Welche Auftritte haben Sie in der Planung?

Nach dem musikalischen März mit gleich vier Konzerten, geht es im Mai weiter auf dem Katholikentag in Regensburg. Was genau, kann ich noch nicht verraten, aber es wird spannend und es ist für jeden etwas dabei - egal ob selber machen oder nur zuschauen. KEIMZEIT spielt am 26.07.14 ihr traditionelles Konzert auf der Burg in Bad Belzig (1 Std. von Berlin) und hat mich wieder eingeladen. Die Stimmung dort ist fantastisch und die Kulisse vor der Burg ist wunderschön. Im Nikolaisaal darf ich dann am 27.09.14 noch einmal mit dem FILMORCHESTER arbeiten, dieses mal eines der legendären Crossover-Konzerte mit KEIMZEIT. Der Nikolaisaal in Potsdam ist der erste Veranstalter, der mehrere Konzerte im Jahr mit unterschiedlichen Bands dolmetschen lässt. Das ist ein Novum (=Neuheit) in Deutschland.

Weitere Konzerte sind in der Planung. Aktuelle Infos über Konzerte gibt es immer auf meiner Internetseite, im Taubenschlag oder auf meiner Facebook-Seite „Laura m. Schwengber - signed music“.

 

Sie kommen aus einer hörenden Familie. Woher das Interesse an der Gebärdensprache?

Ich fand die Sprache schon immer faszinierend und konnte mir gut vorstellen sie einmal zu lernen. Aber im Spreewald fand ich kein Angebot und dann habe ich es wieder aus den Augen verloren. Mit 12 traf ich dann meinen bis heute besten Freund. Edi ertaubte und erblindete im Laufe der kommenden Monate und so mussten wir eine neue Kommunikationsform finden. Zuerst erfanden wir als Kinder einfach selbst Sprachen, später lernten wir auch Lormen. So erinnerte ich mich daran zurück, dass ich die Gebärdensprache früher unbedingt lernen wollte und beschloss, das zu meinem Beruf zu machen. Obwohl ich eigentlich Musikerin werden wollte.

 

Wie kamen Sie auf die Idee, Popsongs in DGS zu übersetzen?

Die Idee kam vom NDR. Sie suchten jemanden, der Musikvideos in Gebärdensprache übersetzen kann. Als ich die Anfrage bekam, dachte ich zuerst nicht, dass ich das kann und war mir auch nicht sicher, ob das überhaupt irgendwie geht.

Aber ich habe mich auch gefreut, weil ich Musik liebe und ich so beide Leidenschaften verbinden kann: Gebärdensprache und Musik. Dann haben wir es einfach probiert, weil es so gut ankam, hat der NDR sich entschieden, öfter Videos zu produzieren.

 

Gibt es Unterschiede zwischen der Übersetzung von Texten und Liedern? Wenn ja, was ist schwieriger und warum?

Für mich gibt es große Unterschiede zwischen beidem. Ich spreche auch gar nicht so gern vom Musik „dolmetschen“, weil ich beim Gebärden der Lieder vieles mache, dass man beim Dolmetschen nicht tut. Zum Beispiel bewege ich den ganzen Körper, ich lerne die Texte vorher auswendig, ich kündige sie öffentlich an. Ich würde nie auf die Idee kommen eine Konferenz oder einen Arztbesuch, bei dem ich dolmetsche, öffentlich anzukündigen. Beim „normalen“ Dolmetschen bin ich die Leinwand für die Sprache. Ich transportiere Sprachinhalte. Dabei bin ich als Person nicht wichtig. Wenn ich Musik gebärde, spielt meine Persönlichkeit eine größere Rolle.

Was von beidem schwerer ist, kann ich so nicht sagen. Manchmal gibt es sehr schwere Texte zu dolmetschen, manchmal einfachere und genauso ist es auch bei Liedern. Rap ist zum Beispiel immer eine große Herausforderung, weil es sehr schnell ist und ich den Rhythmus nicht verpassen darf.

 

Bei den Liedern gibt es oft Passagen (= Abschnitte) ohne Text. Wie können Sie die Stellen sinnvoll füllen?

Das kommt drauf an. Wenn es eine Aufnahme im Studio ist und der Zuschauer die Musiker und die Instrumente nicht sieht, dann stelle ich die Instrumente dar. Wenn es live auf der Bühne ist, dann sieht das Publikum selbst, welches Instrument gerade gespielt wird. Dann gebärde ich das Instrument nur kurz und beschreibe dann, wie die Töne klingen. Wenn zum Beispiel im Lied über das Meer und die Wellen gesungen wird und dann die Gitarre spielt, kann ich in den Passagen ohne Text zuerst die Gitarre gebärden und dann die Töne der Gitarre wie Wellen über das Meer tanzen lassen. So sieht man, wie die Melodie ist (die Wellen werden größer für hohe Töne oder kleiner für tiefe) und auch wie der Rhythmus ist (die Wellen bewegen sich im gleichen Takt).

 

Sie treten live mit verschiedenen Bands auf. Wie kommt der Kontakt zustande?

Das ist immer unterschiedlich. Mit KEIMZEIT, der ersten Band, mit der ich gearbeitet habe, kam der Kontakt über einen ertaubten Fan zustande, der die Band und mich angesprochen hat. Dann habe ich das Management der Band angerufen und so lernten wir uns kennen.

 

SELIG, eine Hamburger Band mit der ich im Nikolaisaal Potsdam auf der Bühne stehen durfte, entstand der Kontakt über den Veranstalter Nikolaisaal. Sie haben sich vorgenommen möglichst viele ihrer Konzerte dolmetschen zu lassen und SELIG fand die Idee gut. So lief es auch bei FOOLS GARDEN mit denen ich im März wieder im Nikolaisaal bin. REVOLVERHELD lernte ich auf einem Konzert von N-JOY kennen. Sie spielten dort und ich präsentierte einige Musikvideos live. Wir spielten 3 Lieder zusammen und beschlossen dann ein ganzes Konzert ihrer kommenden Tour gemeinsam zu gestalten. Es ist also immer unterschiedlich.

 

Bei den Konzerten steht normalerweise der Sänger oder die Gruppe im Mittelpunkt. Wenn Sie aber auf der Bühne stehen, sind Sie für Gehörlose die zentrale Figur. Sind die Bands oder Sänger nicht eifersüchtig?

Das weiß ich nicht, aber ich denke nicht. Die Musiker sind Profis und ich bin nicht der erste Gast auf ihren Bühnen. Das Publikum ist ja auch immer gemischt. Es sind taube Besucher da und hörende. Am Anfang ist die Aufmerksamkeit manchmal mehr bei mir, weil das Publikum mich noch nicht kennt. Aber dann wird es einfach zu einer gemeinsamen Show und jeder guckt dahin, wo er möchte. Auch die tauben Besucher gucken ja nicht durchgängig zu mir, sondern auch zum Sänger, zu den Musikern und zur Lichtshow.

 

Wie weit haben Sie Ihre Musikerkollegen mit der Gebärdensprache sensibilisiert?

Einige Musiker kennen die Konzerte mit Gebärdensprache schon, andere erleben das zum ersten Mal. Am Anfang sind viele unsicher, aber mit der Zeit verliert sich das. Bisher waren alle neugierig und haben geguckt, wie ihre Musik in Gebärdensprache aussehen kann. Einige Sänger sagen, dass es für sie eine besonders schöne Erfahrung ist, wenn sie ihre Texte in einer anderen Sprache erleben dürfen. Sie sagen, dass Gebärdensprache manchmal sehr viel mehr ausdrücken kann, als gesprochene Sprachen und dass es sie sehr berührt. Der Sänger von SELIG, Jan Plewka, zum Beispiel, will die Gebärde „allein“ für eines seiner Lieder nun immer machen, weil sie so gut in den Text passt.

 

Bei längeren Einsätzen gibt es immer zwei Dolmetscher. Sie gebärden aber die ganze Zeit alleine und bewegen sich auf der Bühne zur Musik. Das erfordert sicherlich eine sehr gute Kondition…

Das stimmt, normalerweise gibt es eine Doppelbesetzung beim Dolmetschen. Deshalb ist mir auch eine Unterscheidung zwischen dem „normalen Dolmetschen“ und den Konzerten wichtig. Bei den Konzerten kenne ich jeden Text auswendig. Manche Bands sagen zwischen den Songs immer das gleiche oder ähnliche Sätze. Die kenne ich dann auch schon und muss sie nicht erst hören - übersetzen - gebärden, so wie das normalerweise beim Dolmetschen ist. Ich kenne die Sachen auswendig und das macht es für den Kopf viel weniger anstrengend. So wie der Sänger seinen Text singt, gebärde ich den Text auch auswendig. Natürlich bewege ich mich mehr. Aber das tut der Schlagzeuger ja auch. Für den Körper ist es natürlich viel anstrengender als das „normale“ Dolmetschen, aber während des Konzertes merke ich das nicht. Erst danach bin ich ziemlich k.o. und am nächsten Tag hab ich schon auch mal Muskelkater. Aber damit kann ich gut leben.

 

Wie bereiten Sie sich „übersetzungstechnisch“ auf ein Konzert vor?

In der Regel bekomme ich die Setliste (das ist die Liste mit allen Liedern, die für das Konzert geplant sind) einige Wochen vorher. Dazu schicken mir die Bands die Lieder und die Texte zu. Dann kopiere ich alles auf mein iPhone und höre es immer wieder an, unterwegs und zu Hause. So merke ich mir den Text. Manchmal verstehe ich Wörter falsch, deshalb lese ich nochmal alle Texte durch, damit keine Fehler entstehen. In einem Lied wird zum Beispiel gesungen „die Fastenzeit vorbei“. Ich habe beim ersten Hören aber „(du) fasst, du zeigst vorbei“ verstanden. Das wäre ja etwas ganz anderes und dann ist es wichtig, dass ich alles noch einmal durchlese und genau hinhöre. Dann übe ich die Songs vor dem Spiegel bei mir zu Hause. Am Anfang habe ich immer den Nachbarn Bescheid gesagt, weil ich die Musik zum Üben laut aufdrehe. Mittlerweile wissen aber alle Bescheid und ich muss nicht mehr bei allen einzeln klingeln und sie vorwarnen und mich entschuldigen.

Songtexte haben oft mehrere Bedeutungen. In einem Lied von KEIMZEIT heißt es zum Beispiel: „Die Nachtvorstellung der Verrückten“. Da wusste ich nicht, welche „Vorstellung“ es sein soll: Die Vorstellung wie eine Theatervorstellung oder die Vorstellung, die man sich selbst macht („Ich stelle mir vor, dass ...“). Also habe ich lang mit dem Sänger gesprochen und wir haben uns dann gemeinsam entschieden beide Bedeutungen in der Übersetzung zu behalten.

 

Musik ist für mich wie ein Geschenk. Jeder kann in dem Geschenk etwas anderes finden und entdecken (manche denken bei „Vorstellung“ an Theater, manche an eine schöne Idee, die man sich vorstellt oder vielleicht an etwas ganz anderes). Für mich ist es wichtig, dass ich dieses Musik-Geschenk nicht einfach auspacke und weitergebe, sondern nur die Gebärdensprache ergänze und jeden sein eigenes Geschenk auspacken lasse.

 

Wie sieht es mit dem Lampenfieber aus?

Furchtbar! Meistens kommt es pünktlich vier Stunden vor Beginn. Besser wird es erst, wenn ich mit der Band hinter der Bühne stehe und sich alle „viel Spaß“ wünschen.

So ein Konzert-Tag ist lang. Meistens beginnt er früh morgens, wenn ich vor dem Spiegel noch einmal alle Songs durchgehe. Je nachdem, wo das Konzert ist, packe ich dann gegen Mittag meine Sachen. Dafür brauche ich mittlerweile einen kleinen Koffer: Klamotten (alles zweimal, falls zwischendurch etwas schmutzig wird), Fashiontape (damit die Kleidung nicht verrutscht, wird sie an der Haut festgeklebt, ähnlich wie Klebestreifen), Schuhe, Schuhputzmittel, die richtige Wasserflasche mit dem Sportverschluss, damit ich auf der Bühne auch in kurzen Pausen schnell etwas trinken kann, Wärmepflaster für die Handgelenke... Ich muss pünktlich vor dem Soundcheck vor Ort sein. Dabei werden alle Instrumente und Musikboxen getestet und das Licht wird eingestellt. Ich achte dann darauf, dass ich den Sänger gut höre und dass ich gut ausgeleuchtet bin. Dafür gibt es auch eigene Gebärden, die mich am Anfang völlig verwirrt haben: Daumen hoch heißt „lauter“, Daumen runter heißt „leiser“ und wenn es gut klingt, macht man eine Gebärde, die aussieht wie „Kopf ab“. Am Anfang hab ich immer „lauter“ mit „gut“ verwechselt und der Techniker hat sich sehr gewundert, warum ich alles so laut will.

Beim Soundchek bin ich meist schon sehr nervös. Aber ich freue mich auch, es ist eine positive Nervosität. Wenn ich gar nicht nervös bin, mache ich mir mehr Sorgen, weil ich dann denke „Irgendwas stimmt hier nicht.“ Vor so einem Monat mit vielen Konzerten bin ich auch in den Wochen vorher schon nervös. Ich hoffe dann, dass ich nicht krank werde, mir nichts breche oder mich in den Finger schneide. Das wäre superärgerlich.

 

Geben Sie nach den Konzerten auch Autogramme? Haben Sie auch Fans?

Nach dem ersten Konzert stand ich mit beim Autogramme-Tisch um noch zu übersetzen, falls taube Besucher mit den Musikern reden wollen, so wie das hörende auch oft noch tun. Plötzlich drückte mir ein Zuschauer eine Autogrammkarte der Band in die Hand und sagte, „Sie waren auch dabei, von Ihnen will ich natürlich auch eins!“ Ich war erstmal völlig überfordert - was schreibt man denn da?

Viele Musiker schreiben einfach ihren Namen, andere malen etwas. Ich habe mich entschieden, meinen Gebärdennamen „Lachen“ und „Bär“ zu malen und daneben noch einmal meinen Namen. Seitdem ist das so geblieben. Manche der hörenden Fans fragen bei den Bands nun an, bei welchem ihrer Konzerte ich wieder dabei bin und kommen dann extra dort hin. Und es gibt auch taube Besucher, die schon auf mehreren Konzerten waren, einige sind sogar extra viele hundert Kilometer gefahren. Ob sie sich als Fans bezeichnen würden, weiß ich nicht, aber ich freue mich immer sehr, wenn ich bekannte Gesichter sehe.

 

Neben den Konzerten machen Sie auch Studioauftritte. Nach welchen Kriterien wählen Sie hier die Lieder aus, die Sie übersetzen?

Die Lieder wählt der NDR aus. Ich bekomme manchmal Vorschläge von Zuschauern, die ich dann an die Redaktion im NDR weiterleite. Und hin und wieder schlage ich auch Lieder vor, die ich gern gebärden würde. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob ein Lied übersetzt werden kann oder nicht. Zuerst muss die Band, das Management und die Plattenfirma einverstanden sein. Immerhin sind die Lieder danach frei verfügbar bei Youtube, das wollen nicht alle. Das heißt dann nicht, dass sie keine Übersetzung in Gebärdensprache wollen, aber sie wollen die Musik lieber nicht bei Youtube haben. Manchmal gibt es auch kein Video von den Liedern, dann können wir es auch nicht benutzen, weil das Gebärdensprachvideo immer aus der Übersetzung und dem Original-Video besteht. Und manchmal sind die Lieder so alt, dass es keine gute Aufnahme mehr davon gibt, dann wird es auch schwierig. Ich musste bisher kein Lied ablehnen, weil es nicht übersetzbar war. Manche waren zwar schwierig vorzubereiten und es hat lange gedauert, aber am Ende ging es dann doch immer.

 

Kann man alle diese Lieder im Internet anschauen?

Alle Lieder, die der NDR produziert hat, kann man auf YouTube auf dem Kanal der ARD anschauen. Die meisten Songs gibt es auch bei N-JOY.de zu sehen und die ganz neuen sind beim NDR online. Ich habe auf meiner Seite alle verlinkt. Mittlerweile sind es schon fast 50!

 

Wie sind die Reaktionen von Gehörlosen auf Ihre „Musik-Arbeit“?

Ganz verschieden. Einige finden es gut, einige nicht so.

Wenn ich zum Beispiel Mails von Zuschauern bekomme, dann weiß ich oft nicht, ob der Absender taub oder hörend ist. Aber das ist mir auch gar nicht so wichtig. Die Videos sind für alle da. Es sind sozusagen „inklusive Videos“. Jeder ist herzlich eingeladen sie anzuschauen.

Manche Mails enthalten sehr persönliche Geschichten. Vor kurzem erreichte mich eine Mail einer tauben Mutter, die sich nun mit ihren hörenden Kindern über ihre Lieblingsmusik unterhalten konnte. Sie schrieb, dass eröffnete ihr eine völlig neue Welt. Wenn es so ist, freut es mich natürlich sehr!

 

Gibt es eine Musikrichtung oder Musiker, die Gehörlose besonders lieben?

Das müssen wir wohl Gehörlose selbst fragen. Viele erzählen mir, dass sie die Songs mit ordentlich Bass und Schlagzeug besonders mögen. Wenn man nach den Klickzahlen bei Youtube geht, ist Xavier Naidoo mit über 130.000 Klicks der Spitzenreiter - aber die Klicks kommen sicher nicht nur von tauben Zuschauern.

 

Welchen Künstler oder welche Gruppe würden Sie gern dolmetschen?

MAX HERRE hat im Moment ein tolles Album mit dem KAHEDI RADIO ORCHESTRA. Darauf hätte ich sehr Lust. Genauso wie auf Jupiter Jones, die rockigeres machen. Und der Rapper CRO oder die TOTEN HOSEN oder DIE ÄRZTE wären auch sehr cool. Aber ich bin offen für vieles und freue mich über jeden Vorschlag.

 

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin!

Text: Judit Nothdurft

Bild: Barbara Landsee

 

 
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