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Experten-Interview Dezember 2015



Tess - dein Dolmetscher in der Jackentasche

 

Bald ist die neue App für Hörbehinderte startklar – Sabine Broweleit, Geschäftsführerin der Tess-Relay-Dienste GmbH informiert unsere Leser.

 

Sabine Broweleit: Bisher war die mobile Nutzung der Dolmetscherdienste nur über die kostenpflichtigen Apps anderer Hersteller möglich. Dies soll sich aber bald ändern…

Ja, bisher konnten wir den Wunsch unserer Kunden nach einer mobilen Nutzung unserer Dolmetschdienste nur durch die kostenpflichtige App Bria erfüllen. Die Konfiguration der App ist jedoch relativ kompliziert. Zudem wird die App vom Entwickler nur in englischer Sprache zur Verfügung gestellt. Mit einer eigenen App können wir unseren Kunden nun eine einfache und kostenlose Lösung anbieten.

 

Was ist das Besondere an der Tess-App?

Die Tess-App gibt es für iOS- und Android-Betriebssysteme. Die App kann im App Store oder im Google-Play Store kostenfrei heruntergeladen werden. Die Installation ist einfach: Nach dem Download einfach den Tess-Benutzernamen und Kennwort eingeben: Fertig!

 

Auch die Nutzung ist einfach, denn die Oberfläche der Tess-App ist genau so aufgebaut wie die des myMMXtc-Clients für die Nutzung von Tess mit einem PC.

Im Adressbuch sind alle Relay-Dienste aufgeführt, die angerufen werden können. Einfach den gewünschten Relay-Dienst auswählen und man wird mit einem Dolmetscher verbunden.

 

Ein Eintrag für den kostenlosen Notruf ist auch hier bereits integriert. So können unsere Kunden im Notfall schnell Hilfe rufen.

 

Bereits auf der REHACARE Messe in Düsseldorf wurde die App den Besuchern präsentiert. Wie waren die Rückmeldungen?

Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Vor allem die einfache Bedienung und die Bildqualität begeisterten die Besucher. Da die Bedienung der App genauso funktioniert, wie unsere MMX-Software für PC müssen unsere Kunden sich nicht umstellen.

 

Wie ist die Handhabung (Installation usw.) und auf welchen Endgeräten kann man die App verwenden?

Die App kann mit Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem oder iOS-Betriebssystem verwendet werden. Die Installation ist einfach. Kunden müssen die App nur herunterladen und können sie nach Eingabe von Benutzername und Kennwort sofort nutzen.

 

Durch die mobile Nutzung des Dolmetscherdienstes ist es möglich kostenlose Notrufe überall abzugeben. Wie ist der Ablauf dann in so einem Notfall, wer wird informiert und wie bekommt man dann Hilfe?

Der Ablauf bei einem Notruf ist wie bei einem normalen Telefonat über unsere Dolmetschdienste.

 

1.    Der Kunde wählt im Adressbuch die eingetragene Notrufnummer über den gewünschten Relay-Dienst in Gebärdensprache oder Schriftsprache aus.

2.    Er wird mit einem Dolmetscher verbunden. Der Dolmetscher verbindet den Kunden mit der zuständigen Notrufleitstelle.

3.    Sobald der Kunde mit einem Mitarbeiter in der Notrufleitstelle verbunden ist, übersetzt der Dolmetscher den Notruf für beide Seiten.

4.    Die Mitarbeiter der Notrufleitstelle leiten dann alle nötigen Maßnahmen ein, z.B. schicken sie die Feuerwehr, die Polizei oder den Notarzt.

5.    Der Kunde bekommt die direkte Rückmeldung vom Mitarbeiter der Notrufleitstelle über den Dolmetscher während des Telefonates.

 

Ganz wichtig ist es, dem Dolmetscher zu sagen, wo man sich befindet, z.B. zu Hause oder an einem anderen Ort. Der Dolmetscher braucht diese Informationen, damit er die zuständige Notrufleitstelle anrufen kann. Die Notrufweiterleitung zur richtigen Notrufleitstelle funktioniert bei uns grundsätzlich über die Postleitzahl, die der Kunde bei der Anmeldung zu Tess angegeben hat. Wenn der Kunde also zu Hause ist, fragt der Dolmetscher nach, ob die Adresse richtig ist und setzt den Notruf dann ab. Sollte z. B. ein Unfall irgendwo anders passieren, leiten wir die Notrufe über die Rettungsleitstelle in Frankfurt. Diese vermittelt den Notruf anhand der Angaben des Anrufers zur zuständigen Notrufleitstelle.

 

Es kann auch Notsituationen geben, in denen der Anrufer nicht in der Lage ist, seinen Aufenthaltsort mitzuteilen. Bei solchen Notrufen geht der Dolmetscher davon aus, dass sich der Anrufer zu Hause befindet und es erfolgt eine automatische Weiterleitung über die hinterlegte Postleitzahl. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die bei Tess hinterlegten Adressdaten immer aktuell sind.

 

Bekommt der Anrufer im Notfall auch eine Bestätigung, ob Polizei oder Notarzt jetzt kommen, was er tun soll oder ob er warten muss?

Ja, er bekommt die direkte Rückmeldung durch den Dolmetscher während des Telefonates.

 

Besteht die Möglichkeit die App z.B. bei Arztbesuchen zu verwenden? So könnte jeder Gehörlose einen Gebärdensprachdolmetscher gleich dabei haben...

Grundsätzlich ja! Aber bei dieser Dolmetschleistung handelt es sich um Ferndolmetschen (beide Gesprächsteilnehmer befinden sich in einem Raum). Tess kann diese Dienstleistung nicht anbieten, da unsere Auftraggeber (Bundesnetzagentur, führende Telekommunikationsunternehmen) uns ausschließlich damit beauftragt haben, Telefonieren für hörgeschädigte Menschen zu realisieren. Ferndolmetschen gilt jedoch nicht als Telefonat, sondern ist ein „Ersatz“ für das Präsenzdolmetschen. Ferndolmetschen kann aber bei unserer Partnerfirma Telesign gebucht werden. Telesign nutzt unsere Technik, also ist auch hier die Nutzung mit der App möglich.

 

Was kostet die App (für nicht Kunden) und was kostet der Dolmetscherdienst über die App?

Die App selbst ist kostenlos. Um sie zu nutzen, müssen Benutzername und Kennwort eingegeben werden. Dies erfordert eine Registrierung bei Tess oder Telesign. Aber auch Nicht-Kunden, die bei Telesign einen Ferndolmetschauftrag bestellen, können die App hierfür, wie in Ihrem Beispiel des Arztbesuches, nutzen. Denn für diesen Ferndolmetschauftrag bekommen sie auch einen Benutzernamen und Kennwort.

Für alle, die keine Kunden sind, die App aber mal ausprobieren möchten, bieten wir auch hier ein Probekonto an. Damit können sie die App mit den Probekonto-Benutzerdaten eine Woche lang kostenlos testen.

 

Wird hier auch zwischen privaten und beruflichen Anwendungen unterschieden?

Ja, die Registrierung ist dieselbe wie vorher. Alle App-Nutzer müssen sich bei Tess oder Telesign anmelden und sich dabei für die private oder berufliche Nutzung entscheiden. Sie können dann unsere Relay-Dienste mit dem PC und zusätzlich über die App nutzen, um mobil zu sein. Unsere Dolmetschdienste können so ein ständiger Begleiter in der Jackentasche sein.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Text: Judit Nothdurft

Foto: Sabine Broweleit

 

 
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